PERMANENT SIGNAL
Claude Horstmann


Ausstellungsdauer: 6. Juli - 7. August

Eröffnung am Sonntag, den 4. Juli 2010 von 17 bis 21 Uhr

Sprechen über Räume
Lesung der Künstlerin am Mittwoch, den 14. Juli um 20 Uhr



- Installationsansichten
- Zeichnungen
- Siebdrucke
- Fotografien


- Text zur Ausstellung von Claude Horstmann (Autor: Stéphane Le Mercier)
- Texte sur l´exposition de Claude Horstmann (Auteur: Stéphane Le Mercier)






Pressemitteilung


In ihrer ersten Berliner Einzelausstellung bei Laura Mars Grp. zeigt die in Stuttgart und Marseille lebende Künstlerin Claude Horstmann eine Serie von abstrakten Zeichnungen sowie zwei Wandzeichnungen, die über eine vergrößernde Übertragung des zeichnerischen Motivs eine Art „Öffnung“ und Erweiterung des vorhandenen Raumes bewirken. Außerdem wird eine neue Serie von Serigraphien zu sehen sein, in denen die Künstlerin sprachliche Notizen formuliert, die von an diversen Orten gefundenen Zetteln stammen. Losgelöst aus ihren Kontexten evozieren diese einen je eigenen Bedeutungsraum, der sich zwischen einfacher Auflistung, gezielter, fast sloganhafter Benennung und poetischer Aufladung hin und her bewegt.

Die Arbeit an Zeichnungen und Wandzeichnungen, an Texten und z.T. auch fotografischen Bildern verläuft im Werk der Künstlerin parallel: Diese werden mit- oder gegeneinander diskutiert. Texte tauchen in Zeichnungen auf, werden als Installation auf einen Raum bezogen oder in Performances gesprochen. Fotos, hauptsächlich aus Marseille, aber auch in der Alltagspresse gefundene Bilder dienen in erster Linie als Anregung für die Tuschezeichnungen. Die Motive ihrer zeichnerischen und sprachlichen Arbeiten bezieht Claude Horstmann quasi als „geographische Ausschnitte“ aus realen und urban-topographischen Zusammenhängen, die sie abliest, verfremdet und radikal autonom setzt. In diesem Frei-Setzen hat sie eine eigene Art von Abstraktion entwickelt,
die sich im Kontext der Ausstellung wieder mit realen Räumen kurzschließt.

Mittels unterschiedlicher materieller Realisierungen geht es dabei immer um plastische und verräumlichende Qualitäten, die die vorhandenen Ebenen des Bildes wie auch des Raumes in Frage stellen oder gar irritieren. Die Wandzeichnungen mit ihrem tiefen Eisenoxid-Schwarz durchbrechen die zweidimensionale Oberfläche der Wand, agieren wie „schwarze Löcher“ oder scheinen fast „skulptural“ zu sein. Die gelben und schwarzen Tuschezeichnungen auf transparenter Zeichenfolie sowie eine große Zeichnung auf Papier bringen auch Effekte des Doppelns und Spiegelns hervor, die zu Verschiebungen und Dimensionssprüngen führen. Die textlichen Arbeiten spielen genau in demselben Moment mit der Bedeutung des Benannten, in dem sie sie evozieren:
ALL THE ROOMS IN THIS HOUSE ARE IN ONE ROOM.

Nicht zuletzt in diesem Sinn kommt dem Ausstellungstitel PERMANENT SIGNAL eine fast programmatische Bedeutung zu: Die für die Zeichnungen und Textarbeiten aus der Realität abgeleiteten Elemente schaffen autonome Aussagen, können aber auch in einem Kontinuum von Äußerung und Überlagerung gelesen werden, in dem fixierte Bedeutungen in Bewegung - und Gegenbewegung - geraten.


Homepage Claude Horstmann