KERSTIN DRECHSEL
UNSER HAUS


Ausstellungsdauer: 28.06. - 29.07.2005

Abbildungen/pictures :
- grosse Formate / big formats
- kleine Formate / small formats

Ohne Titel
Installation view at the gallery (Photo: Jens Ziehe)

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 13-19 Uhr, Samstag 12-16 Uhr

Ort:
LAURA MARS GRP.
Sorauerstr. 3
10997 Berlin
Tel/Fax: 030-61074630
e-mail : info@lauramars.de
http://www.lauramars.de


PRESSEMITTEILUNG:

Wir freuen uns sehr Sie zu Unser Haus, der dritten Einzelausstellung der Berliner Künstlerin Kerstin Drechsel bei Laura Mars Grp. begrüßen zu können. Wie schon bereits die Gemäldeserie Reserve (2001-2004) greift Drechsels neue Serie Unser Haus Ordnungen und Anordnungen auf, die sich in der Einrichtung privater Räume widerspiegeln. Der obsessive Drang zu sammeln, Gegenstände anzuhäufen, Stapel zu bilden, der sich in den „Messie“ – Szenarien von Reserve in einem Wirrwarr aus Papier, Alltagsgegenständen, Packungen, Nahrungsmitteln und Spielzeug entlud, findet in Unser Haus eine alternative Ausrichtung. Auf ihren jüngsten Gemälden zeigt Drechsel Raumansichten, die von dem ausgeprägten Interesse an Film, Literatur, Design und Kunst zeugen: Stapel von Videotapes, Büchern, Magazinen, die sich um Stilmöbel und technische Geräte herum verschachteln und in unterschiedlichen perspektivischen Ausrichtungen den Bildraum prägen. Ausgehend von fotografischen Schnappschüssen bildet Drechsel immer wieder die gleichen Gegenstände und Raumsegmente ab, aus der Totale, in der Vergrößerung, vervielfältigt sie in unterschiedlichen Farbnuancen, und lässt so ein subjektives Wahrnehmungsbild entstehen, in dem sich die Strukturen von Ordnung und Unordnung auf beunruhigende Weise gleichen. Die vordergründige Aufforderung zum voyeuristischen Schauen verbindet sich in Drechsels Malerei mit formaler Strenge und Distanz. Um das Abstrakte und Spielerische dieser Arbeit hervorzuheben, betont Drechsel die Leuchtkraft der Farben und lässt zwischen den Flächen, Linien und Konturen Leerstellen offen. Der mit Verpackungs- und Magazinbildern überfüllte Raum wird in Drechsels Malerei in einen Gedankenraum transformiert, der durch eine imaginäre Architektur geprägt ist – ein flüchtiges Haus der Bilder, das in Abwesenheit seiner Bewohner den Spekulationen des Betrachters ausgeliefert ist.